Familienzuwachs / 家族が大きくなった!

Loui und sein kleiner Bruder Rick, ca. drei Wochen alt / 類と弟の理来、生後約三週間の時
Rick (links) und Loui (rechts) / 理来(左)と類(右)

Am 30.5. wurde Louis kleiner Bruder Rick geboren.
5月30日に類の弟の理来(りく)が産まれまた。

Nach den ersten fünf Tagen im Krankenhaus war ich noch gut eine Woche zur Erholung bei meinen Schwiegereltern. Rick habe ich mitgenommen, Loui ist bei Papa in Tokyo geblieben. Die plötzliche Familienerweiterung hat Loui zum Glück sehr gut aufgenommen, vielleicht auch dank der Tatsache, dass er und Papa uns im Krankenhaus jeden Tag und bei Oma und Opa zumindest am Wochenende besucht haben. Louis erste Reaktion auf das kleine Baby war: ignorieren. Später ein leiser Kommentar: „kowai“ (Ich hab Angst). In der Folgezeit hat er sich aber gut an den Kleinen gewöhnt und fast keine Anzeichen von Eifersucht gezeigt.
Sprachlich haben die zwei Wochen, in denen Loui und ich kaum Kontakt hatten, allerdings für einen ziemlichen Rückschritt gesorgt. Nachdem ich wieder zu Hause war, hat Loui erst einmal nur Japanisch mit mir gesprochen – wenn überhaupt. Das habe ich zum ersten Mal erlebt. War Papa auch in der Nähe, hat Loui sich auf jeden Fall ihm zugewandt statt mir. Hier habe ich nun zum ersten Mal einen der Rückschritte erlebt, die Elke Montanari auch in ihrem Buch „Mit zwei Sprachen groß werden“ (2002) erwähnt. Und auch, wenn ich dadurch einigermaßen gewappnet war, dass so etwas gelegentlich vorkommt, dass das auch nur ein vorübergehender Punkt auf dem langen Weg der Mehrsprachigkeit ist, verunsichert und enttäuscht es erst einmal und weckt die Angst, ob das Deutsche nicht vielleicht doch auf der Strecke bleibt. Mama versteht schließlich das meiste auch auf Japanisch. Gepaart mit dem plötzlichen Gefühl der Entfremdung mir gegenüber war das besonders hart. Loui hat sowieso seit jeher auch zu Papa eine sehr enge Bindung, und natürlich hat meine zweiwöchige Abwesenheit ihre Bindung nun noch einmal intensiviert (worüber ich insgesamt aber froh bin. Wenn dem Kind – oder beiden – der Vater irgendwann egal ist, wäre das bedeutend schmerzlicher für mich). Mein Mann hat daher den Vorschlag gemacht, dass wir an den Wochenenden einen Mama-Loui-Tag einführen, wenn ich wieder vollständig erholt bin. Dann übernimmt er Rick und ich unternehme irgendetwas mit Loui. Auf die Ausflüge freue ich mich schon.
Inzwischen sind seit meiner Heimkehr nach Tokyo auch schon zwei Wochen vergangen und Louis Deutsch kehrt langsam zurück. Natürlich ist es noch nicht auf dem Stand von zuvor. Er beginnt z.B. auch einfache Aussagen wie „Licht an, bitte.“ oder „Loui möchte Milch.“ noch immer meist auf Japanisch, bevor er ins Deutsche wechselt. Und die Farbpaare Rot/Grün und Schwarz/Weiß verwechselt er wieder. Wenn er etwas Komplexeres ausdrücken möchte, gibt er zwischendurch auf Deutsch auf und wechselt zurück ins Japanische. Darin hat er während meiner Abwesenheit generell erstaunliche Fortschritte gemacht. Neulich, als ich ihn aus dem Kindergarten abgeholt hatte, erzählte er den Erzieherinnen Folgendes: „Ano ne, papa ha rui-kun no daisuki na anpanman jûsu katte kureta no!“ (Papa hat Louis geliebten Anpanmansaft gekauft!) Auf Japanisch kann er inzwischen also viel leichter und effektiver sprechen. Klar, dass er auch seinen kleinen Bruder konsequent auf Japanisch anspricht. Das passt auch in sein bisheriges Schema, dass die Sprache unter Kindern eben Japanisch ist. Andererseits hat Loui gestern zum ersten Mal seit einem Monat richtig auf Deutsch von 1 bis 10 gezählt, und auch an vielen anderen Stellen kommen die deutschen Ausdrücke langsam wieder zurück, was mich unglaublich freut und auch beruhigt. Und ich bin auf Ricks sprachliche Entwicklung gespannt.

私は退院後にさらなる回復のために一週間ちょっと理来を連れて夫の実家に行って手伝ってもらった。類はパパと一緒に東京に留まった。大きな家庭構造の変化ではあったが、類はそれに思ったよりスムーズに順応した。そそらく、私の入院中の間に毎日少しでも遊びに来てくれて、実家に休んだ時にも週末くらいに来てくれたおかげであろうではないか。類が弟を初めて見た時の反応は―無視。少し時間が経つと、「怖い」、と。でも日々が経つにつれて赤ちゃんの存在に慣れてきて、しっともほとんどしていなかった。
ただしドイツ語の面では、私と接する機会があまりない2週間では、会話のレベルが実はびっくりするくらい退歩してしまった。私がようやく東京に帰ってから、類は私に対して日本語のみを使ってしまった。そういうことは今まで初めてだった。そしてパパも近くにいれば、必ずパパに向かって遊んだりしゃべったりした。少し前に呼んだ本、 „Mit zwei Sprachen groß werden“ (Elke Montanari, 2002) には退歩がたまにある、そしてそれは「終わり」ではなく、言語教育という長い旅の中で単なる一時的な時点だけであると書いてあったので、何となく心構えができていたとは思うが、不安、落胆、「ドイツ語はこれからあまり発達しないのかな…?」という心配はやはり生じてしまった。私が日本語が大体分かっているからこそ、わざわざドイツ語で苦労してしゃべる必要がないという覚悟が来てしまったのではないか、と。しかも類が同時にすごいパパっこになったことでその心配や孤独感がなおさらだった。まあ、親父がどうでもいい人だと思う息子よりパパっこの方がいいとは思うけど。そして、自分の悩みを夫に話したら、体が回復してから毎週末の一つの日を「ママと類の日」にすると提案してくれた!私が類を連れてどこかへ遊びに行っている間に、夫は理来の世話をしてくれる予定。素敵な提案の実現を楽しみにしている!♡
そして、私が東京に帰ってきてからもう2週間がたち、類のドイツ語がさすがに少しずつ回復し始めた。日常的なことも不意日本語で言ってしまう(「電気付けて!」、「類くん牛乳がいい!」ことがまだ多いし、以前ちゃんと区別できた赤・緑、白・黒をまた混ぜるようになったり、そして言いたいことが細かくなったらドイツ語を途中であきらめて日本語に切り替えたりすることが今のところで多い。そもそも、この二週間で類は日本語でペラペラしゃべられるようになった。先日保育園に迎えに行ったとき、類が先生にこう言った:「あのね、パパは類くんの大好きなアンパンマンジュース買ってくれたの!」びっくりした!それで日本語でしゃべった方が楽で効率がいいのは当然のこと。弟の理来も、やはり完全に日本語で話しかける。子供同士では日本語だという概念にも当てはまるし。その反面、昨日は一か月ぶりにドイツ語で1~10まで数えるのに成功した。そういう進歩が再び色々な表現で見えてきて、嬉しいし、安心もする。そして理来の言語の発展を楽しみにしている。

Welche Erfahrungen haben den andere Eltern von Geschwisterkindern gemacht? Wie haben sich die Sprachen der Kinder entwickelt, als das größte plötzlich kein Einzelkind mehr war? Und (wann?) gab es noch weitere Rückschläge in der ein oder anderen Sprache? Wie bilingual Aufgewachsene selbst diese Phasen erlebt haben, würde mich auch sehr interessieren.
二人以上の子供思っているほかの親はどんな経験をしましたか?上の子がお姉ちゃん・お兄ちゃんになった時に言語使いは(どうやって?)変わりました?そのほかの時点(だったら、いつ?)にも揺れ、退歩がありましたか?バイリンガルに育てられた方はそういう時期を感じていましたか?ほかの体験をシェアーしてください。

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10 Kommentare zu „Familienzuwachs / 家族が大きくなった!

  1. Oh! Herzlichen Glückwunsch zum Zweiten!!

    Drücke dir die Daumen dass du bald so fit bist dass du die Ausflüge mit deinem Großen in Angriff nehmen kannst!

    Witzig… ich dachte das mit schwarz und weiß ist ein Ding von meinem Lütten… der verwechselt beide nämlich auch. Auch auf Japanisch…
    Auf Deutsch zählen kann er übrigens auch, wenn auch nicht ganz richtig.. Trotzdem erstaunlich wenn man bedenkt dass ich ihm das nie beigebracht habe..

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  2. Dankeschön. 🙂
    Ich habe auch das Gefühl, das Zählen auf Japanisch (das kam bei Loui noch ein Stück schneller) hat das Zählen auf Deutsch begünstigt. Der Papa nutzt das Zählen beim Spaziergang oft als Kompromiss, damit Loui auch mal ein Stück allein läuft: „Noch 10 Schritte, dann nehme ich dich hoch/ läufst du wieder selbst.“

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  3. Bei und hat das Mama-ignorieren schon im Krankenhaus angefangen, als die kleine Schwester da war. Aber wieder daheim, war alles wieder normal. Zum Glück. Ich habe dann aber auch versucht, Zeit zu zweit mit Jun zu erbringen. Als ich mit beiden Kindern jetzt einen Monat in Deutschland war, hat Jun große Fortschritte im Deutschen gemacht. Er spricht leider recht schlecht für sein Alter und man versteht nur die Hälfte von dem, was er sagt, aber er hat endlich deutsche Verben benutzt und spricht jetzt auch viel schneller deutsche Worte nach, viele bleiben dann auch hängen. Trotz des Monats in Deutschland hatte Jun keine Probleme nach der Ankunft in Japan wieder japanisch mit Papa zu reden. Manchmal trennt er japanisch und Deutsch (zu mir sagt er Auto, zu Papa Kuruma) aber normalerweise benutzt er immer ein Misch-Masch aus beiden Sprachen, da muss ich dann öfters mal für Papa dolmetschen. Die Kleine wird sicher auch bald anfangen zu sprechen, dann bin ich schon gespannt, wie das mit ihr wird. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie genauso wie Jun auch ein Spätzünder ist. Andere Kinder im gleichen Alter sagen schon Mama, Bubu etc. (Vllt liegt es auch daran, dass ich kaum Kindersprache benutze).

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  4. Vielen Dank! 🙂
    Ich habe das Gefühl, zum Einen hat in dem Fall Louis Japanisch das Deutsch begünstigt. Auf Japanisch hat er das Zählen schon länger geschafft. Mein Mann hat das auch gefördert, indem er bei Spaziergängen oft Kompromisse beim Hochnehmen angeboten hat: „Noch 10 Schritte, dann nehme ich dich wieder hoch/läufst du ein bisschen selbst, okay?“ Und im Lauf der Zeit hat Loui angefangen mitzuzählen. Wenn ich mit ihm unterwegs bin, mache ich mir sein großes Interesse an Fahrzeugen und Kegeln zunutze. Die zählen wir öfter. Oder auch Fische oder was gerade sonst so Louis Aufmerksamkeit weckt.

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  5. Ich habe in einem der Bücher, bei Elke Montanari, glaube ich, gelesen, dass die Verarbeitung der Sprachen im Gehirn sehr unterschiedlich verlaufen kann – sowohl je nach Kind als auch je nach Sprache. Manche hören wohl z.B. erst viel zu und sprechen weniger, aber dafür korrekter. Andere üben sich durch ungehemmtes Plappern. Manchmal ist es auch in der einen Sprache so, in der anderen so. Oder in der einen Sprache dominieren Verben und Substantive, in der anderen erst einmal Funktionswörter wie „Hoch!“, „Hier!“, „Bitte“ u.ä. Und natürlich ist die jeweilige Familiensituation auch immer anders. Ich habe z.B. hin und wieder auch hier in Japan Besuch von deutschsprachigen Freunden oder treffe mal andere deutsche Familien. Schon allein dadurch bekommt Loui mehr mit als wenn man fernab anderer Deutschsprachiger lebt. Und dann können sich Phasen schnellen Outputs ja auch wieder mit Phasen, wo es kaum Output gibt, abwechseln. Also mal sehen, wie Jun sich in den nächsten Jahren noch macht. 🙂

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  6. Hana hat auf Facebook Folgendes geschrieben (was ich mit ihrem Einverständnis hier re-posten darf):
    „Werde deinen Blog mit Interesse verfolgen!
    Zum Thema konsequent sein – Konsequenz ist gut und wichtig, aber man sollte dabei nie zu verbissen sein und sich als Eltern hin und wieder kritisch hinterfragen, ob man nicht etwa aus einem persönlichen Ehrgeiz heraus handelt (diese Gefahr besteht bei jemandem, der professionell mit Sprache zu tun hat, vielleicht verstärkt). Es geht nämlich meiner Ansicht nach nicht darum, möglichst perfekte Bilinguale „heranzuzüchten“, die dann auf dem Jobmarkt glänzende Karriereaussichten haben, sondern darum, dem Kind durch die deutsche Sprache Zugang zum deutschen Teil seiner Identität zu gewähren. Es wird sich diese Verbindung spätestens als Erwachsener wünschen. Erfahrungsgemäß wollen Kinder im Primar- und Sekundarschulalter gleich wie alle anderen sein – es kann also sein, dass deine Kinder Deutsch auf einmal ziemlich doof oder peinlich finden. Das darfst du dann aber nicht persönlich nehmen. Das ist eine Phase in der Identitätsfindung und geht vorbei. Ich würde dann weiterhin deutsch sprechen, aber es zulassen, wenn das Kind auf Japanisch antwortet oder Deutsch mit Japanisch mischt. Ich selbst finde übrigens nicht, dass das Mischen von Sprachen per se etwas Schlechtes ist und auf jeden Fall unterbunden werden sollte. Es kann auch bewusst geschehen und dann ein sehr spielerischer und kreativer Vorgang sein. Wenn ich Gilles zum Beispiel um etwas bitte, und es eilt, sage ich zu ihm: シュネルブプレ („schnell-vous-plaît“). Das ist dann Deutsch mit Französisch gemischt, aber japanisch ausgesprochen (weil wir japanisch miteinander sprechen). Zugegeben, wir sind vielleicht auch ein etwas seltsames Paar :P“

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